Lohnt sich eine Photovoltaikanlage in 2019 noch?

Vor einem Jahr ging meine Photovoltaikanlage ans Netz (September 2018). Daher habe ich nun die Zahlen für ein ganzes Jahr zusammen. Die Frage, ob sich eine Photovoltaikanlage im Jahr 2019 noch lohnt kann ich mit einem klaren ja beantworten. Kommen wir direkt zu den Zahlen:

Anschaffung

Der Nettopreis war für die 6 kWp Anlage auf dem Hausdach 9.659,17€. kWp steht für Kilowatt Peak und sagt aus, wie viel die Anlage maximal Produzieren kann. Weil es ein altes Haus (Baujahr in den 60er) war musste ein neuer Sicherungskasten eingebaut werden. Daher kann man eigentlich noch 1000€ von dem Preis abziehen. Nettopreis bedeutet, dass noch 19% Mehrwertsteuer gezahlt werden mussten. Die habe ich aber nach wenigen Wochen vom Finanzamt zurück bekommen.

Zählerstände

Die Anlage hat genau 6666 kWh in einem Jahr produziert. Davon wurden 5287 kWh verkauft und 1379 kWh selbst genutzt. Ich musste 2480 kWh dazukaufen. Das macht eine Eigenbedarfquote von 20,69%. Das ist ein guter Wert den ich nur erreichen konnte, weil meine Frau mit den beiden kleinen Kindern (0 und 2 Jahre) Zuhause war und sie Geräte bevorzugt tagsüber benutzt.

Strompreise

Ich bin bei eprimo und zahle dort 27 Cent pro kWh. Für jede verkaufte kWh bekomme ich 12 Cent. Die Produktionskosten pro kWh betragen 9,4 Cent. Diese Zahl ist wichtig für die Ermittlung der zu zahlenden Mehrwertsteuer für die Privatentnahme. Denn um die Mehrwertsteuer bei der Anschaffung zurück zu bekommen, muss man bei der Umsatzsteuer mitmachen. Die Alternative nennt sich Kleinunternehmerregelung. Es lohnt sich aber mehr die Mehrwertsteuer zurück zu holen. Aufgrund der Umsatzsteuerform gilt der Eigenbedarf als Privatentnahme von dem Unternehmen und darauf ist Mehrwertsteuer fällig. Dort darf man die Produktionskosten als Richtwert nehmen.

Euros

Der Wert der Privatentnahme sind 129,63 €. Man multipliziert den Eigenbedarf 1379 kWh mit den Produktionskosten 9,4 Cent.
Durch den Verkauf habe ich 634,44 € bekommen. Man multipliziert die verkaufen 5287 kWh mit 12 Cent.
Wegen der Mehrwertsteuer auf den Eigenbedarf muss ich 24,63 € ans Finanzamt zahlen. Die Mehrwertsteuer von dem Verkauf muss ich nur durchreichen und ist daher kein Kostenpunkt. Allerdings muss ich jeden Monat dem Finanzamt berichten, wie viel Mehrwertsteuer ich zu zahlen habe und es auch bezahlen.

Gewinn

Den Gewinn ermittle ich, indem ich die Verkaufserlöse in Höhe von 634,44 € nehme und die Einkaufskosten in Höhe von 669,60 € abziehe. Danach ziehe ich noch die 24,63 € Mehrwertsteuer ab. Macht nach Adam Riese einen Gewinn von -59,79 €
Ein Verlust! Aber es bedeutet auch, dass ich für ein Jahr Strom nur 59,79 € bezahlen musste. Das sind weniger als 5 € pro Monat für Strom in einem 4 Personen Haushalt.

Rendite

Schauen wir uns an wie hoch die Rendite ist. Dazu nehme ich die Kosten, die ich für Strom hätte, ohne Photovoltaik Anlage. In meinem Fall müsste ich 1.041,93 € für Strom im Jahr zahlen. Die Summe kommt zustande, indem ich die 27 Cent mit dem Gesamtverbraucht multipliziere. Der Gesamtverbrauch ist Einkauf + Eigenbedarf.
Dagegen halte ich die Kosten für Strom im Jahr mit der Photovoltaik Anlage, nämlich 59,79 €. Die Ersparnis ist 982,14 € Auf den Nettoanschaffungspreis von 9.659,17 € macht das eine Jahresrendite von 10,1%. Wo bekommt man denn noch über 10% Rendite im Jahr? Und das so Risikoarm, denn die 12 Cent pro kWh gibt es für 20 Jahre, der Strompreis steigt stetig und wenn ich noch ein E-Auto kaufe lohnt es sich noch mehr.

Steuern

Man muss natürlich Einkommensteuer zahlen. Weil die immer zum Jahreswechsel fällig ist habe ich dort nur die Zahlen aus 2018. Durch den Verkauf von dem Strom vom September 2018 bis 31. Dezember 2018 hatte ich einen Umsatz von 135,36 €. Ich kann den Einkauf da natürlich nicht abziehen. Doch was geht ist die Abschreibung für Abnutzung, auch AfA genannt. Man kann 5% von dem Anschaffungspreis pro Jahr von den Verkaufserlösen abziehen. Auch sonstige Aufwendungen für die PV Anlage kann man geltend machen. Die 5% reichen aber aus, um auf die 135,36 € 0% Steuern zu zahlen.

Fazit

Es ist ein absoluter No-Brainer. Wenn du ein Dach hast mit Südausrichtung, dann zögere nicht und lasse eine Photovoltaik Anlage installieren. Das ging bei mir super schnell. Ein Anruf, dann kam jemand vorbei und hat sich alles angeguckt. Das Angebot habe ich direkt angenommen und eine Woche später kamen die Installateure und haben alles an einem Tag montiert. Am zweiten Tag kamen die Elektriker und haben alles verkabelt. Zum Schluss kam noch ein Mann von Westnetz (dem gehören die Stromkabel) und hat den neuen 2 Wege Zähler eingesetzt. Die Anmeldung bei der Bundesnetzagentur ist super einfach. Alles andere macht die Firma für einen. Und nun, passiv Geld sparen und etwas gutes für die Umwelt tun.

3 Kommentare zu „Lohnt sich eine Photovoltaikanlage in 2019 noch?“

  1. Christian Wimmer

    Ich möchte zu bedenken geben, 2019 hatten wir wohl auch einen der heißesten Monate überhaupt – mit entsprechend viel Sonne. Wird also in den nächsten Jahren vermutlich etwas schlechter werden. Aber über die Jahre sollte sich das natürlich gut lohnen.

  2. Ich bin damit einverstanden und glaube, dass sich Photovoltaikanlagen definitiv noch lohnen! Gut zu wissen, dass man die Mehrwertsteuer dann zurückerhalten kann. Ich möchte mich eine Anlage besorgen und informiere mich über das Thema. Danke für den Beitrag, sehr hilfreich!

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